Gelegentlich bleibt im Taxi mal was liegen. Fundsachen. Nur selten sind es große Dinge – wobei einer unserer Taxifahrer sich neulich nur mit Müh und Not einen Besuch beim Augenarzt ersparen durfte, nachdem er einen kleiderschrankgroßen Koffer bis Feierabend spazieren gefahren hatte, ohne dies zu bemerken. (Sowas soll anderen Kollegen auch schon passiert sein *hüstel*)
Derletzt erst betraf es eine Digitalkamera. Wir sind verpflichtet, derartige Fundsachen umgehend zum Fundamt zu bringen, was schnell den Zeit- und Organisationsaufwand für so manche Kleinigkeit in die Höhe treibt. In Ausnahmefällen scheint deswegen eine etwas kreativere Herangehensweise erfolgversprechender. Dieses Mal konnte sich unser Kollege immerhin an die Taxifahrt mit der Besitzerin recht gut erinnern, es war mit Abstand die kürzeste Tour der ganzen Schicht, kaum einmal um einen Wohnblock herum.
Anstelle eines Fundamtbesuchs entschloss sich Andreas in den frühen Morgenstunden kurzerhand, erstmal im entsprechenden Gebiet ein paar Fundsachen-Beschreibungen an alle Bäume zu pinnen, die nicht vorschnell die Flucht ergriffen haben. Die Bearbeitung auf dem Amt lässt bekanntlich auch oftmals auf sich warten, da bot es sich an, zunächst einmal einen anderen Weg auszuprobieren. Der Erfolg trat in diesem Fall auch ein und ließ nicht lange auf sich warten. Binnen kürzester Zeit meldete sich die überglückliche Kunden und schon wurde die Kamera gegen einen opulenten Geschenkkorb mit italienischen Köstlichkeiten getauscht.
In der Folge haben wir seit dieser Aktion rund 3 kg mehr Taxifahrer. Sollten die Fahrgäste weiterhin so vergesslich sein, müssen wir spätestens nächstes Jahr erneut eine größere Bleibe finden. Oder zumindest die Türen im Taxihaus verbreitern.
PS:
Das ist natürlich ein selten glücklicher Ausnahmefall. Wir empfehlen ausdrücklich, sich bei im Taxi verlorenen Gegenständen ans Fundamt zu wenden – und bei einer Funkbestellung an die entsprechende Zentrale. Denn natürlich landen unsere Fundsachen normalerweise auch dort.