Ach Gurtchen …

Die 1925 …

Was das Kistchen inzwischen alles für Macken hat. Jetzt war im wahrsten Sinne des Wortes das Gurtschloss eingeschnappt. Eigentlich was, worüber man mal mit Opel reden sollte. Gurtschlösser sind zweierlei: Zum einen stark belastet – zum anderen aber auch relativ simpel konstruiert.

Da ist Opel wohl grundsätzlich auch gar nicht so schlecht drin. Die inzwischen allesamt aus dem Verkehr gezogenen A-Zafiras haben unserem Werkstattguru Jürgen zufolge noch nicht einmal deswegen Zicken gemacht. Gurt nehmen, reinstecken, klack. Looft. Hunderttausende Kilometer, zehntausende Fahrgäste lang …
Und die B-Zafiras? Die Nachfolgemodelle haben einen Verschleiß bei den Teilen, dass es nicht mehr feierlich ist. Dass mal das Plastik einen Knacks weg hat, soll auch bei den Besten mal passieren. Dass unsere Firma inzwischen im Wissen um die Alltäglichkeit dieser Problematik präventiv alle Gurtschlösser grundsätzlich mit Tape fixiert, sollte Opel zu denken geben.

Dank auch dafür, dass man die A-Zafira-Gurtschlösser nicht in einem B-Zafira anbringen kann!

Gut. Gestern Abend empfing Jürgen mich – nach meiner Ankündigung, ein Problem mit einem der Schlösser zu haben – prompt mit einem fertigen, bereits mit Tape versehenen Ersatz. Und nach kaum zehnminütiger Wechselarbeit war dann das aus einem Unfallwagen zweitverwertete Teil in der 1925 verbaut.

Das, liebe Autobauer aus Rüsselsheim, ist nämlich dann die andere Seite der Medaille: Wenn man erst einmal Erfahrung damit hat, dass Teile ohnehin immer wieder kaputt gehen – dann findet man auch Mittel und Wege, nicht immer 45 € in ein neues Originalteil zu investieren …

Und schlechtes Karma gibt das wohl auch nicht. Ich habe meinen Kollegen noch bis zum Ostbahnhof mitgenommen und dort nach punktgenau einer Pausenzigarette eine 30€-Tour bekommen. So looft dit hier! 🙂

5 Kommentare bis “Ach Gurtchen …”

  1. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Hm, sollte Opel die Gurtschlösser vom gleichen Zulieferer beziehen, wie Volkswagen für seine Touran?
    Dort kann man die Gurtschlösser nämlich auch ständig wechseln, weil grundsätzlich das Plastik-Gehäuse
    auseinander fällt…
    Was können all die anderen Autobauer zu gut, was Opel und VW scheinbar nicht beherrschen?
    Weil, ganz ehrlich, irgenwann sollte man doch einmal das Problem erkannt haben, und könnte dann zumindest die Ersatzteile entsprechend anpassen und verbessern 🙂
    Andrerseits, der Autoabsatzmarkt läuft ja nicht so gut, da verdient man sich bestimmt gerne mal ein paar Euros auf dem Ersatzteilmarkt, damit am Ende die Dividende doch noch stimmt 😉

  2. Sash sagt:

    @Maik aus Wilhelmshaven:
    Die Befürchtung hat man fast – dass sich da mit den Ersatzteilen Geld machen lässt …

  3. Christian sagt:

    Natürlich soll mit Ersatzteilen Umsatz gemacht werden, das ist der einzige Grund für die Autoentwicklung!
    Aber ob das gerade mit Gurtschlössern geschehen soll, glaube ich nicht.

    Es wird wohl so sein, dass die halt an der untersten (=billigsten) Haltbarkeitsgrenze konstruiert sind, und eben dann bei Autos mit hoher Rücksitz-Frequentierung, wo Zafira + Touran dazu gehören, besonders oft nachgeben…

    Aber sag mal, wie ist das mit der Sicherheit, wenn man (sowieso schwache) Gurtschlösser aus Unfallwagen verbaut? Der Privatmann darf ja nichtmal gebrauchte Gurte (aus Nicht-Unfallwagen!) verbauen…

  4. Sash sagt:

    @Christian:
    Ich muss zugeben, dass ich da überfragt bin. Aber im Grunde sehe ich da kein Problem, wo es ja schließlich Originalteile sind.

  5. nadar sagt:

    Ich weiß ja nicht was ihr habt, aber VW hat uns vor zwei Jahren den Touran (mit Taxiaustattung) mit bombenfesten Gurtschlössern geliefert. Die Original-labbrigen Teile bekommen einen Mantel aus ziemlich dickem und robustem Plastik. Das hat bisher noch keiner kaputt bekommen.
    (Aber ohne die Verstärkung sähe es garantiert mies aus).

    Übrigens gibt es bei VW seit Januar auch die Order, bei Taxis und Mietwagen alle 60.000 km das Zweimassenschwungrad und (noch irgend ein andres Teil, dessen Name ich vergaß) beim Service zu tauschen. Auf Kosten von VW.
    (Wenn ich mir das alles richtig gemerkt habe 🙂 )

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